Mittwoch, 4. August 2010

Einen Blog schreiben: Wie fängt man so etwas überhaupt an?


"Bist du bei Facebook? Bist du bei Twitter? Hast du einen eigenen blog zu "Auszeit"? ETWA NIIICHT??? Wie kannst du überhaupt existieren?"


Auch ohne Profil bei Facebook und Co. habe ich mich bisher eigentlich als gut sozialisierten und ausreichend mit Freunden und Bekannten versorgten Menschen empfunden.


Aber je mehr ich darüber nachdenke: man kommt irgendwie nicht drum herum, und wenn ich mir so anschaue, wer von meinen Freunden und Bekannten sich schon so alles auf diesen Plattformen mit mehr oder weniger großem Engagement tummelt, habe ich beschlossen, ok, ich bin ab sofort auch dabei.



Ein Blog ist nach meinem Verständnis so etwas wie ein Tagebuch. Also eine Art elektronisches Notizbuch, in das man alles einträgt, was man so im Laufe des Tages oder der Woche für wichtig und festhaltenswert hält. Nur mit dem Unterschied, dass ich früher für mein erstes Tagebuch ein richtiges Schloss mit einem kleinen Schlüssel hatte, ich weiß es noch ganz genau, es war ein Büchlein mit einem Einband aus feuerrotem Samt, und obendrauf prangte halt dieses Schloss. Es war MEIN Tagebuch, und niemand anders außer mir durfte es öffnen. Und lesen schon mal gar nicht. Was aber, ich gebe es zu, sowieso fast unmöglich gewesen wäre, denn ich hatte schon immer eine so saumäßig unleserliche Schrift, dass ich mir oft selber nicht mehr sicher war, was ich da nun geschrieben hatte. Und heute ist es noch viel schlimmer. Wenn ich Protokoll bei den Sitzungen unseres Reitervereins führe, muß ich diese Notizen binnen 24 Stunden maximal in den PC übertragen, sonst weiß ich nicht mehr, was ich der Welt habe mitteilen wollen..



Der Blog ist also so etwas wie ein elektronisches, aber öffentliches Tagebuch. Das heißt, alle können es lesen. Sie können es lesen, weil es für alle zugänglich ist, sie können es auch lesen, weil es eben nicht in meiner Sauklaue, sondern ordentlich "am PC" geschrieben ist.



Also nun mein erster Blog. Er soll ein ganz bestimmtes Thema zum Inhalt haben. Also nicht global "mein Leben", sondern nur einen fest umrissenen Ausschnitt aus meinem Leben. Das Thema, das zur Zeit mein Leben in einem sehr hohen Maße bestimmt, ist mein erstes eigenes Buchprojekt, mein Roman mit dem Titel "Auszeit".



Wenn ich die Sache mit dem Bloggen richtig verstanden habe, dann bin ich jetzt, wo das Buch fertig und seit ein paar Wochen auf dem Markt ist, eigentlich viel zu spät dran. Ich hätte mit dem Schreiben schon vor einem Jahr anfangen müssen, nämlich zu dem Zeitpunkt, als mir die Idee kam, dieses Buch zu schreiben. Und hätte den Prozess des Schreibens, der Verlagssuche und schließlich der Veröffentlichung des Buches kontinuierlich, wie halt beim Tagebuchführen, begleiten müssen. Also quasi von der ersten Idee während des Abendspazierganges mit unseren damals noch zwei Hunden bis heute, wo tatsächlich schon einige Leute das Buch gekauft haben.



Aber das schaffe ich nun definitiv nicht mehr. Der Zug ist abgefahren, wie man so schön sagt.



Das einzige, was ich tun kann, ist quasi rückblickend zu erzählen, wie es zu "Auszeit" gekommen ist.

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