Freitag, 6. August 2010

Über die Tücken der persönlichen Widmung und wie man sie meistert...

Der Tag fängt gut an. Beim allmorgendlichen Treffen der Hundefrauen (mitsamt den dazugehörigen Hunden natürlich) im Feld hinter unserem Dorf hielt mir meine Freundin Beate eine Tüte entgegen. Nein, es war keine Tüte, sondern eine von diesen elegant gestylten paper bags,versehen mit dem Logo eines Juweliers aus der Nachbarstadt. Drin befand sich.... mein Buch, das sie gestern frisch erstanden hat. "Jetzt krieg ich aber auch eine ganz tolle Widmung!"

Das ist auch einer der Nebeneffekte des Schriftstellerns, an die ich im Vorfeld gar nicht gedacht hatte. Ich habe zwar in den letzten Tagen schon einige Widmungen geschrieben, komme mir aber immer noch komisch dabei vor. Mein eigenes Buch signieren, und das möglichst nicht in der bereits erwähnten Sauklaue. Gar nicht so einfach, ordentlich zu schreiben, wenn man nur diesen begrenzten Platz zur Verfügung hat, das Buch auch nicht zu stark aufklappen möchte, um es nicht schon zu knicken, bevor der Besitzer wenigstens die erste Seite gelesen hat. Irgendwie zittert meine Hand immer ein bißchen, weil ich weiß, wenn ich diese paar Worte jetzt vermassele, mich verschreibe, mich mit dem Platz verkalkuliere, der Stift auf einmal kleckst oder, ganz großer Horror, den Geist aufgibt und ich muß mit einem anderen weiterschreiben mittendrin, dann ist das schöne Buch auf immer mit dieser danebengegangenen Widmung "verziert". Kein PC-Programm, mit dem man seinen Text beliebig oft korrigieren kann, kein Zettel, den man neu schreiben kann, nein, es muß JETZT richtig gemacht werden.

Und so sitze ich hier an meinem Schreibtisch und schaue einigermaßen stolz auf mein vollbrachtes Werk. Bei Beate mußten es schon ein paar Worte mehr sein, nicht nur ein kurzer Standardspruch wie "Für XY mit den besten Wünschen, GT". Sie ist eine der wenigen Personen in meinem Leben, die wirklich immer für mich da gewesen sind, wenn ich sie gebraucht habe, und das, obwohl es ihr selber auch oft nicht gut geht. Und so hoffe ich, dass sie den Kauf meines Buches nicht irgendwann insgeheim als Fehlinvestition abhakt, sondern dass es ihr gefällt und sie sich beim Lesen wohlfühlt.

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